Kommentar der Woche

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AIRBUS A400M: KOMPROMISS GEFUNDEN?

von Peter Pletschacher (Quelle: "Flugpost" 8, 1.03.2010)

Die Kuh ist vom Eis, so hat es wenigstens den Anschein. Denn die Kunden des Airbus A400M wollen sich in den nächsten Tagen nach Monaten zäher Verhandlungen mit
Airbus offenbar auf einen Kompromiss verständigen, der die Verteilung der Mehrkosten regelt. Das schließt allerdings nicht aus, dass im Laufe der Erprobung noch Probleme auftauchen, die das Budget noch weiter belasten.

Aber immerhin: Die Vernunft hat gesiegt, auch die Kunden mussten akzeptieren, dass ein Abbruch des Programms zu katastrophalen Folgen führen müsste – für alle Beteiligten. Und inzwischen ist wohl auch klar geworden, dass die A400M im Vergleich zu anderen Transportern auch nach den großen Kostensteigerungen nicht zu teuer ist, sondern von Airbus eigentlich viel zu billig angeboten wurde. Den Schuh, völlig falsch kalkuliert und einen unerfüllbaren Vertrag angeboten zu haben, muss sich die Industrie anziehen, und sie hat das ja auch schon mit viel Selbstkritik getan.

Jetzt kommt es darauf an, das Programm wieder in Fahrt zu bringen, die Produktion der Prototypen zu beschleunigen und deren Erprobung erfolgreich durchzuziehen. Erst dann wird sich zeigen, ob sich die mühsam gefundene Lösung der finanziellen Probleme wirklich lohnt. Sollten nochmals kostenträchtige Änderungen an der A400M fällig werden, dann wird die Industrie aber nicht mehr auf Nachsicht bei den Kunden hoffen dürfen. In den nächsten drei Jahren steht viel auf dem Spiel.