Kommentar der Woche

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AIRBUS A350XWB: OFFIZIELLER STARTSCHUSS IN STADE

von Peter Pletschacher (Quelle: "Flugpost" 34, 30.08.2010)


Wenn Airbus-Chef Tom Enders am 31. August in Stade den Startschuss für die Produk-tion der A350XWB gibt, dann ist das nur eine offizielle Zeremonie. Denn in anderen Airbus-Werken, von vielen Zulieferern ganz zu schweigen, entstehen ja bereits die ersten Teile und Komponenten für dieses Zukunftsprojekt.

Dass ausgerechnet das Werk Stade als Ort für diese Feierlichkeit gewählt wurde, ist fast schon symbolisch. Denn dort wähnte man sich mit der Produktion der Kohlefaser-Seiten-leitwerke viel zu lange als unübertreffliches „Center of Excellence“ für die Kohlefasertechnik. Dabei wurde übersehen, dass andere Airbus-Standorte längst aufgeholt hatten, in Spanien zum Beispiel oder auch in Augsburg. Erst als Airbus durch den Wettbewerbsdruck der Boeing 787 dazu gezwungen wurde, den CFK-Anteil in der A350XWB deutlich zu steigern, wurde klar, dass die deutschen Werke dafür gar nicht die Kapazitäten und Fähigkeiten hatten. Seitdem ist eine Aufholjagd im Gange, die Werke in Stade, aber auch in Nordenham und Augsburg werden mit viel Geld hochgerüstet, um ihre Arbeits-pakete für die A350XWB überhaupt bewältigen zu können. Auch die Forschung für kostengünstige Fertigungsverfahren musste erst angekurbelt werden, denn die Methode, wie in Stade seit Jahrzehnten die Leitwerke gebaut wurden, ist inzwischen ein alter Hut.

Jetzt kommt die – von Airbus noch nicht bestätigte – Meldung, die Serienproduktion der A350XWB werde viel langsamer anlaufen als geplant. Das erinnert an die Boeing 787, deren Lieferplan ebenfalls auf sehr viel realistischere Ziele zurückgefahren werden musste. Immerhin stehen die Airbus-Werke und ihre Zulieferer jetzt unter etwas weniger Druck bei der Einführung der neuen Technologien.