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Airbus Perlan Mission II: Segelflieger soll Höhenrekord aufstellen und Klima erforschen.

MTU Aero Engines AG, München ©MTU

MTU Aero Engines AG, München ©MTU

Die MTU Aero Engines AG hat im ersten Halbjahr 2017 einen Umsatzzuwachs von 11 % auf 2.548,0 Mio. € verzeichnet (1-6/16: 2.299,2 Mio. €). Das operative Ergebnis stieg um 26 % von 254,1 Mio. € auf 320,8 Mio. €. Damit erreichte die Ergebnismarge 12,6 % nach 11,1 % im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gewinn nach Steuern legte um 29 % auf 227,5 Mio. € zu (1-6/16: 176,1 Mio. €).
„Die Entwicklung des ersten Halbjahres ermöglicht es uns, präzisere Aussagen für das Gesamtjahr zu treffen. Wir können heute anstelle von Bandbreiten konkrete Zielgrößen nennen und die Prognose erhöhen“, sagte Reiner Winkler, Vorstandsvorsitzender der MTU Aero Engines AG. Die MTU rechnet damit, dass der Konzernumsatz 2017 rund 5,3 Mrd. € erreichen dürfte. Damit liegt der neue Prognosewert über dem bisherigen Umsatzziel von etwa 5,1 bis 5,2 Mrd. €. Winkler weiter: „Das zweite Halbjahr wird vom deutlichen Anstieg der Getriebefan-Auslieferungen geprägt sein. Das wirkt sich auf das Ergebnis aus.“ Dennoch dürfte das operative Ergebnis 2017 höher ausfallen als bisher angenommen und auf etwa 560 Mio. € steigen (EBIT bereinigt, 2016: 503,0 Mio. €). Damit hält die MTU ihre Marge stabil. Der Gewinn nach Steuern (Net Income bereinigt, 2016: 345,4 Mio. €) wird 2017 bei etwa 390 Mio. € erwartet.
Im ersten Halbjahr erreichte die zivile Instandhaltung mit einem Plus von 32 % auf 1.181,0 Mio. € den größten Umsatzzuwachs (1-6/16: 893,3 Mio. €). Wichtigster Umsatzträger war das V2500, das in der Airbus A320-Familie zum Einsatz kommt. „Mit einem Q2-Umsatz von 592,6 Mio. € hat die zivile Instandhaltung den siebten Quartalsrekord in Folge aufgestellt“, ergänzte Programm-Vorstand Michael Schreyögg. „Hier zahlt sich unsere gute Marktpositionierung aus.“ Die MTU hat nicht nur das größte Antriebsportfolio aller MRO-Dienstleister, sondern über ihre Partnerschaften mit den OEMs und mit Fluggesellschaften sowie als unabhängiger Dienstleister auch einen breiten Marktzugang. „Wir gehen davon aus, dass die positive Entwicklung in der zivilen Instandhaltung anhält und der Umsatz auf Dollar-Basis im Gesamtjahr im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich steigt“, so CEO Winkler. Bisher hatte die MTU mit einer Zunahme um etwa 10 % gerechnet.
Im zivilen Triebwerksgeschäft ist der Umsatz im ersten Halbjahr um 4 % von 1.200,9 Mio. € auf 1.242,8 Mio. € gestiegen. Dabei hatten das V2500, das GEnx für die Boeing 787 und 747-8 sowie der A320neo-Antrieb PW1100G-JM die höchsten Umsatzanteile. „Gut entwickelt hat sich vor allem das Ersatzteilgeschäft“, sagte Winkler. „Auf Dollar-Basis dürfte es 2017 im hohen einstelligen Prozentbereich steigen.“ Die MTU hatte im Ersatzteilgeschäft bisher eine mittlere einstellige Zuwachsrate in Aussicht gestellt.
Der Umsatz des militärischen Triebwerksgeschäfts ist um 28 % auf 172,5 Mio. € zurückgegangen (1-6/16: 240,2 Mio. €). Hauptumsatzträger war der Eurofighter-Antrieb EJ200. „Aufgrund von Verschiebungen beim EJ200 und einem noch ausstehenden Aftermarket-Vertrag für den Tornado-Antrieb RB199 rechnen wir für das Gesamtjahr im Militärgeschäft mit einem Umsatzrückgang im mittleren Zehner-Prozentbereich. Die Verzögerungen dürften wir im weiteren Jahresverlauf bereits zum Teil aufholen, 2018 dann vollumfänglich“, erläuterte Schreyögg. Zunächst hatte die MTU für 2017 einen Rückgang des Militärumsatzes im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet.
Der Auftragsbestand lag am Halbjahresende bei 12.988,9 Mio. € (31.12.2016: 14.172,2 Mio. €). Die wichtigsten Triebwerke im Auftragsbestand sind das V2500 und die Getriebefans der PW1000G-Familie, vor allem der A320neo-Antrieb PW1100G-JM. „Nach den Auftragsrekorden der Vergangenheit geht es jetzt darum, die Aufträge in gewohnt hoher Qualität abzuarbeiten und gleich-zeitig den Hochlauf der Getriebefan-Programme zu meistern“, so Technik-Vorstand Dr. Rainer Martens.
Die MTU hat ihr Ergebnis im ersten Halbjahr in beiden Geschäftsbereichen verbessert: Im OEM-Segment stieg das operative Ergebnis um 28 % auf 216,8 Mio. € (1-6/16: 169,5 Mio. €). Die Ergebnismarge legte um 3,5 Prozentpunkte von 11,8 % auf 15,3 % zu. In der zivilen Instandhaltung stieg das Ergebnisplus um 23 % auf 103,7 Mio. € (1-6/17: 84,5 Mio. €). Die EBIT-Marge der zivilen MRO lag bei 8,8 % (1-6/16: 9,5 %).
Für Forschung und Entwicklung hat die MTU im ersten Halbjahr 110,7 Mio. € ausgegeben (1-6/16: 113,6 Mio. €). Die Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte bildeten die Getriebefan-Programme und ihre Weiterentwicklung, der Langstrecken-Antrieb GE9X für die Boeing 777X sowie Technologiestudien und F&E-Arbeiten für zukünftige Antriebsgenerationen.